Touhou Genso Rondo: Bullet Ballet (PS4) im Test - Was für ein Touhouwabohu

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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Touhou Genso Rondo: Bullet Ballet (PS4) im Test - Was für ein Touhouwabohu

Beitragvon Elektryon » Mo 30. Jan 2017, 22:55

Touhou Genso Rondo: Bullet Ballet ist ein Spiel, das von Cubteype entwickelt und von NIS America veröffentlicht wurde. Während sich die einen freuen, dass ein Touhou Spiel nach Deutschland gekommen ist, sind die anderen eher verwundet und nach dem Trailer ein wenig skeptisch. Touhou Genso Rondo: Bullet Ballet ist dabei ein Teil einer riesigen Spielreihe aus Japan, deren erster Teil erstmal im Jahr 1996 in Japan erschien. Es sind bereits mehr als 15 Hauptteile und mehrere Sequels sowie Manga und Anime erschienen, die das Universum so zu einem multimedialen Werk machen. Wir haben für euch nun herausgefunden, ob Touhou Genso Rondo: Bullet Ballet nur für wahre Fans oder auch für andere geeignet ist und ob es sich lohnt, Touhou Genso Rondo: Bullet Ballet überhaupt zu spielen.

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Kleine, uninteresannte Kurzgeschichten

In Touhou Genso Rondo: Bullet Ballet wird die Geschichte kleiner junger Mädchen erzählt, die sich wegen irgendeinem Grund immer auf die Mütze geben wollen. Dabei wird die Geschichte wie in einer Visual Novel erzählt. Sobald ihr einen Charakter ausgewählt habt, wovon es insgesamt zehn Stück gibt, beginnt eure Geschichte. Eine Geschichte ist dabei ca. 30 Minuten bis 45 Minuten lang. So könnt ihr auch in kurzer Zeit eine Geschichte abschließen.

Doch diese bleiben unglaublich uninteressant. Meist geht es nämlich nur um irgendwelche Kleinigkeiten oder kleinere Konflikte zwischen den Charakteren und ihren Kontrahentinnen. Der Storymodus ist also storytechnisch sehr schwach und eher ungeeignet, auch wenn man schnell mal eine Geschichte spielen kann. Trotzdem hat man nie das Gefühl richtig dabei zu sein oder überhaupt irgendwie dabei zu sein. Der Storymodus ist somit eine nette Dreingabe zum normalen Spiel, aber auch nicht mehr.

Die Story selbst wird dabei nur auf Englisch erzählt, eine Sprachausgabe gibt es leider nicht. Wir denken, dass es schwierig wird der Story zu folgen, wenn man nicht so gute Englischkenntnisse aufweist. Trotzdem kommt es natürlich auch auf das Gameplay an.

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Steuerung nicht vorhanden

Neben dem Story Modus warten auch noch ein Arcade und ein Multiplayer Modus auf uns. Hierbei gibt es eigentlich keinen großen Unterschied zu dem Story Modus, außer dass hierbei die Dialoge wegfallen und man sich seine Gegner aussuchen kann. Der Multiplayer Modus, welcher mit bis zu einer weiteren Person gespielt werden kann, ist dabei genau gleich.

Nun kommen wir aber zum Gameplay. Man wird mit seiner Figur in eine Art Arena gelassen und schießt sich nun mit unterschiedlichen Fähigkeiten ab. Jeder Charakter hat dabei verschiedene Fähigkeiten wobei es immer eine Attacke zum Schutz gibt, falls ihr mal in Bedrängnis geratet, und alle anderen Angriffe offensiv sind. Trotzdem hat man dabei ein entscheidendes Problem, und dies liegt an der sehr ungenauen und schlechten Steuerung. Sobald man eine Taste drückt, bekommt man ein sehr schlechtes Feedback, welche Fähigkeiten man denn nun aktiviert hat. Da das Spiel auch nicht gerade langsam ist, und man dadurch mehrere Buttons drückt, verliert man schnell den Überblick, welche Fähigkeiten man gerade einsetzt und was man damit genau bewirkt. Außerdem kann man seinen Charakter noch über die Arena bewegen. So ist es möglich mit dem linken und rechten Stick die Figur über die Arena gleiten zu lassen. Dabei ist auch hier die Abfrage der Bewegungen sehr ungenau und nicht präzise, auch wenn es schon besser als bei den Fähigkeiten ist.

Durch diese Probleme kann es auch dazu kommen, dass man verschiedene Fähigkeiten nicht mehr benutzen kann, da man nicht mehr genügend Power hat. Für jede Runde hat man eine gewisse Anzahl an Power zur Verfügung, mit der man sich bewegt oder die Angriffe lenkt. Leider gibt es dazu aber so gut wie kein Feedback seitens der Entwickler oder in entsprechenden Tutorials, sodass man als Anfänger starke Probleme hat zu wissen, wie man denn jetzt genau vorgehen sollte.

Außerdem ist das “Gleiten” über die Map durch verschieden Blockarten noch ein wenig eingeschränkt. Die Arena und der Hintergrund bewegen sich dynamisch mit und erzeugen auf diese Weise ein drehendes Gefühl. Somit wird man als Spieler immer in eine gewisse Richtung gedrängt oder geleitet, in die man vielleicht gar nicht will. Somit kann man den, teilweise recht starken Attacken, der Gegner nicht rechtzeitig oder gut ausweichen. Und wo wir auch gerade bei den Gegnern sind, können wir auch nochmal auf deren KI eingehen. Die Gegner sind auf gut Deutsch gesagt, strohdumm. So ist es meistens so, dass sie teilweise komplett in unsere Angriffe rein laufen und so immer wieder Schaden erleiden.

Irgendwann, wenn eine Gesundheitsleiste leer ist, kommt es dann auch noch dazu, dass der Spieler, der keine Gesundheit mehr hat, noch einen Ultra Angriff starten kann. Diese Fähigkeit ist dafür da, noch einmal das Duell umzudrehen und dem Gegner erneut stark zuzusetzen. An sich gar keine schlechte Idee, wenn da nicht die miserable Umsetzung wäre. Durch ungleichmäßige Anpassung kam es bei unseren Matches stets dazu, dass wir dem Gegner extrem viel langsamer Schaden zugefügt haben als er uns, wir am Ende aber dennoch haushoch gewonnen haben. Ein weiterer negativer Kritikpunkt ist außerdem die Übersichtlichkeit des Spiels. Durch tausende Effekte, die drehende Arena und einer sehr schlechten Grafik haben wir teilweise kaum bis gar keinen Überblick mehr, wo wir geraden hinschießen wollten.

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Technische Probleme an der Tagesordnung

Bevor wir aber nochmal genauer auf die Grafik eingehen, erst einmal zum Starten des Spiels. Nachdem das Spiel installiert ist, lädt es nochmal weitere Spieldaten im Spiel selber runter. Das Ganze ist ja auch nicht das Problem, wenn dies nicht jedes mal passieren würde, wenn das Spiel gestartet ist. Außerdem ist es auch so, dass wir während dieser Ladezeit (welche je nach Internetverbindung kurz bis lang gehen kann) wir keine Sachen auswählen dürfen. Sowohl Optionen, als auch den Charakter oder den Spielmodus.

Wie bereits erwähnt, ist die Grafik auch auf einem miserablen Niveau. So könnte man denken, dass man ein Spiel von der PlayStation 2 spielt. Schlecht aufgelöste Arenahintergründe und flackernde Effekte sind dabei an der Tagesordnung. Außerdem sind die Figuren während des Kampfes in etwa auf dem Niveau eines Final Fantasy 7 in der Oberwelt. Klobig, aus wenigen Polygonen und ohne jegliche Details. Ganz anders sieht das Ganze aber in der Auswahl und den Zwischendialogen aus. Dort sind die Charaktere wenigstens in einem schönem Manga Stil gehalten.

Die Musik ist dabei noch mit der positivsten technischen Eindrücke am Spiel. Zwar gibt es fast nur typische Japan / Anime Musik. Diese ist in Ordnung und gibt ein gutes Feeling wieder., ist aber nicht sonderlich Spannend und bleibt auch nicht im Kopf. Sie ist sozusagen solide, mehr aber auch nicht. Da wir vorhin auf die KI schon näher eingegangen sind, kann man nur empfehlen sich das Spiel vielleicht mal mit einem Freund anzuschauen und gegen diesen zu spielen. Leider kann es aber sein, dass es Online zu Verbindungsabbrüchen kommt, oder man kein Match findet, wenn man nicht mit einem Freund spielen kann.

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Fast nicht mal was für starke Fans

Touhou Genso Rondo: Bullet Ballet ist ein Top Down Shooter mit mehreren kleinen Geschichten, die von verschiedenen Charakteren erzählt werden. Dabei ist das ganze Spiel typisch japanisch, sowohl vom Gameplay als auch von der Musik, gehalten und gibt somit ein typisch japanisches Feeling wieder. Leider sind dies aber im Grunde schon alle positiven Aspekte des Spiels, da das Gameplay und die Charaktere langweilig gestaltet sind und dabeiauch keinen Spaß machen. Außerdem gibt es viel zu viele technische Probleme, die das Spiel fast unspielbar machen. Der einzig positive Lichtblick ist dabei das schon angesprochene japanische Feeling und die kurzen kleinen Geschichten. Schade, denn als erstes Spiel der Touhou Project Reihe in Deutschland ist es so umso trauriger. Fans können natürlich trotzdem mal einen Blick wagen, alle anderen sollten aber eher die Finger davon lassen.

Pro Contra
+ Erstes Touhou Project Spiel in Deutschland
+ Gute Anime Musik, die das Spiel gut untermalt
+ schnelle und kurze Storys für zwischendurch
+ lokaler Multiplayermodus
- Unpräzise Steuerung
- langweilige Geschichten
- starke technische Probleme
- Multiplayer aufgrund von Abstürzen unspielbar
- Grafik auf PlayStation 1 / PlayStation 2 Niveau
- tausende Effekte und langweilige und merkwürdige Arenen
- Story nur auf Englisch
- KI rennt in Schüsse rein


Technik: 34
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  • Grafik: 21
  • Sound: 56
  • Umfang: 40
  • Gameplay: 34
  • KI: 19

Spielspaß: 29

Einzelspieler:
  • Story: Kurze kleine Geschichten aber nicht spannend erzählt
  • Frustfaktor: Aufgrund von Multiplayer Abbrüchen und merkwürdiger KI sehr stark
  • Wiederspielwert: Jede einzelne Geschichte zu erleben kann interessant sein
  • Design/Stil: Manga Top Down Shooter mit nicht vielen Details
  • Musik: Passender Anime Soundtrack. Solide, aber nichts besonderes.

Informationen zum Testgerät:
  • Plattform: Playstation 4
  • Version: Standard
  • Hardware: Standard, ohne ausgetauschte Hardware
  • Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 2 Jahre


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Vielen Dank an NIS America für das Testmuster.

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