Die Sims 4: Großstadtleben (Origin) im Test – Willkommen in San Myshuno!

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thomary
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Die Sims 4: Großstadtleben (Origin) im Test – Willkommen in San Myshuno!

Beitragvon thomary » Fr 9. Dez 2016, 13:21

Die Sims 4 musste seit seinem Erscheinen vor über zwei Jahren viel Kritik einstecken: Nicht nur wirkte das Spielerlebnis für viele noch mehr „vercasualisiert“, sondern, wohl aus technischen Gründen, verzichtete Maxis wieder auf eine offene Spielwelt, wie sie in Die Sims 3 doch schon vertreten war. Stattdessen: Ladebildschirme wohin das Auge reicht. Lässt sich das mit dem Anspruch der neuesten Erweiterung, Die Sims 4: Großstadtleben vereinbaren, eine lebendige Sims-Großstadt zu simulieren? Ich habe es herausgefunden – Der Test verrät mehr.

Eine neue Erfahrung

Für mich begründete Die Sims 4: Großstadtleben die erste Rückkehr ins Spiel seit über einem Jahr. Vorab kann ich sagen: Es hat sich gelohnt. Ich habe eine neue Familie erstellt und bin direkt mit ihr in die neue Metropole San Myshuno gezogen. Die Sims-Großstadt besteht aus vier verschiedenen Stadtteilen, die alle jeweils ihr eigenes Flair aufweisen und sich an echten Metropolen orientieren. Das tut dem Spiel gut, denn Die Sims 4: Großstadtleben bietet so insgesamt eine gelungene Mischung aus Realismus und dem ganz einzigartigen Charme bzw. Humor, der der Spielreihe eigen ist.

Rein spielerisch ergibt sich dann bald die erste Herausforderung: Welches Apartment soll ich beziehen? Im Prinzip hätte ich mir fast alle leisten können, bei meinem ersten Spieldurchgang habe ich mich für das günstigste Apartment in einem der vier Bezirke entschieden, d.h. die wöchentliche Miete ist sehr gering, dafür die Einrichtung nicht gerade stimmungsvoll und vieles ziemlich alt. Doch das gesparte Geld für die Kaution habe ich direkt in einige Objekte gesteckt – Tho war glücklich, als wir nach wenigen Spielstunden eine Spülmaschine unser Eigen nannten! Sogar in dem winzigen Apartment, welches allein von der Kamerasteuerung her zunächst im Vergleich zu einem normalen Sims-Haus ungewohnt ist, ist Platz für eine Spülmaschine... In meiner echten Wohnung habe ich bis heute keine.

Abseits des Stadtlebens implementiert Die Sims 4: Großstadtleben eine ganz große Neuerung ins Spiel: Schlägt man eine Karriere ein, Tho war in meinem Fall Schriftsteller, Mey Restaurant- und Buchkritikerin, ist man nicht mehr gezwungen, dass der Sim jeden Morgen um acht oder neun auf Nimmerwiedersehen irgendwo hin verschwindet und abends zurückkehrt, sondern man kann sich dazu entscheiden, im Homeoffice zu arbeiten. Dann könnt ihr den Sims-Tag weiterhin frei gestalten, müsst aber Tagesaufgaben erfüllen, um auf der Karriereleiter weiter aufzusteigen. Das fängt mit einfachen Dingen an wie Bücher lesen oder die Schreibfertigkeit am Computer zu üben, wird aber mit zunehmender Berufserfahrung bedeutend schwieriger. Spaß macht es trotzdem und ist eine willkommene Abwechslung und Neuerung in dieser Erweiterung!

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Stumpfsinniges Eigenleben in bunter Großstadt

Wenn mich schon im Original Die Sims 4 etwas genervt hat, dann war es das penetrante Eigenleben der Sims und die vielen unnötigen Aktionen, die sie ausgelöst haben, wenn man sie mal zwei Sekunden aus den Augen lässt. In der Zwischenzeit ist das noch viel schlimmer geworden. Nach meiner Neuinstallation und dem Starten vonDie Sims 4: Großstadtleben habe ich schon nach einer knappen Stunde die Selbstständigkeit der Sims im Optionenmenü deaktiviert. Mey und Tho haben dermaßen viel Quatsch angestellt, der nicht einmal im Entferntesten etwas mit ihren Charaktereinstellungen und Emotionen zu tun hatte, dass ich mich wirklich genervt gefühlt habe. Gerade bei mehreren Sims muss man sie pausenlos mit Aktionen füttern, dass sie nicht irgendeinen Mist anstellen... Nervig!

Als ich dann endlich die Gewalt über meine Sims wiedergewonnen hatte, konnte es mit der Erkundung der Möglichkeiten in San Myshuno losgehen, und ich muss sagen: Die Sims 4: Großstadtleben wird zwar weiterhin von den spielerisch-technischen Limitierungen geplagt, die schon den Spielfluss im Original extrem störten, aber trotzdem sind die Spielwelt und die neuen Interaktionsmöglichkeiten wirklich gelungen. Eine wichtige Rolle spielen schon ganz grundsätzlich die Nachbarn – Kaum ist man eingezogen, rennen sie einem mit Kuchen und Aufläufen die Bude ein und es entstehen Sims-Gespräche irgendwo zwischen freundschaftlich und peinlich. Die Gespräche sollte man nach Möglichkeit selbst lenken, sonst wurde es zumindest in meinem Fall sehr oft unangenehm... Aber ihr könnt natürlich den Streit auch provozieren.

Durch die ganzen Interaktionen mit den Nachbarn und dadurch, dass diese auch einfach mal eure Wohnung betreten und den Fernseher anschalten oder anfangen bei euch zu kochen, fühlt man sich durchaus an Sitcoms wie King of Queens oder Friends erinnert. Natürlich könnt ihr mit diesen auch durch die Stadt ziehen und hier kommt Die Sims 4: Großstadtleben das Feature der Gruppe (bzw. „Runde“) zugute, welches mit Die Sims 4: Zeit für Freunde eingeführt wurde. Somit könnt ihr ganz komfortabel gemeinsam in die Karaokebar oder zur nächsten Party gehen oder eine Demonstration aufmischen... Kurz noch eine technische Anmerkung: Nicht einmal das Apartment eurer Nachbarn könnt ihr dabei betreten, ohne einen der berüchtigten Ladebildschirme zu sehen.

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Die Karaokebar kann für viel Spaß sorgen!


Das volle Großstadtprogramm

Im vorigen Abschnitt habt ihr schon ein paar der Dinge gelesen, die in San Myshuno möglich sind. Kurzum: Meines Erachtens ist es Maxis gut gelungen, die erste Sims-Großstadt zu simulieren. Insgesamt krankt die Metropole eben nur an der Tatsache, dass man so oft die Ladebildschirme sieht und dass die einzelnen Sandboxen, d.h. die Gebiete in der Spielwelt, immer noch sehr klein sind.

Der Spaß geht wie schon erwähnt bereits in den „eigenen“ vier Wänden los – Dabei haben sogar die Apartments alle ihren eigenen Charakter, worüber ihr vor dem Einzug auch informiert werdet. In Bruchbuden geht nicht nur schneller etwas kaputt, sondern vielleicht werdet ihr auch von Ratten heimgesucht, oder die Miete ist deshalb so günstig, weil keiner mit den Nachbarn klarkommt... Oder es gibt Geister und vieles mehr.

Events gibt es in Die Sims 4: Großstadtleben zuhauf, wie z.B. die Demonstrationen zu bestimmten Themen. Man merkt bei all diesen Dingen an, dass die Entwickler die echte Welt nicht aus den Augen verloren haben. Um das nochmal auf den Punkt zu bringen: Eine neue Charaktereigenschaft der Sims ist „Vegetarier“ – Besser kann man Realimsus in der heutigen Zeit wohl gar nicht auf den Punkt bringen... Ein weiteres nettes Gimmick dazu: Ihr könnt in Die Sims 4: Großstadtleben insgesamt 26 Rezepte sammeln, indem ihr Essen aus aller Welt in Restaurants und an Straßenständen kauft und dieses dann eben nachkochen könnt. Eine nette Idee!

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Fazit: Alte Limitierungen, neuer Spaß

Die Sims 4: Großstadtleben fühlt sich zunächst etwas ungewohnt an, doch genau das ist unterm Strich gut: Die Erweiterung bringt so viele Neuerungen, dass sich Die Sims 4 mit ihr wirklich frisch anfühlt. Nur selten hat es Maxis zudem so gut geschafft, Realismus, wie durch Charaktereigenschaften der Sims oder das Verhalten der anderen Figuren sowie durch Events in der Spielwelt, und den serientypischen Charme unter einen Hut zu bringen. Die technischen und spielerischen Limitierungen des Ablegers sind trotzdem auch in Die Sims 4: Großstadtleben allgegenwärtig: Der Spielfluss wird durch die extrem kleinen Sandboxen und die langen Ladezeiten gestört, die Sims selbst nerven durch ihr penetrantes und unnützes Eigenleben, das man aber zum Glück im Optionenmenü ausstellen kann. Mit Die Sims 4: Großstadtleben kann man aber viel Spaß haben und auch Fans der Reihe werden neue Aspekte am Spiel entdecken.

Pro Contra
+ Realismus und typischer Sims-Humor - Extreme technische Limitierungen (Ladezeiten!)
+ Apartments mit eigenem Charakter - Sehr kleine Gebiete
+ Viele Events in der Stadt - Absolut nerviges Eigenleben der Sims
+ Verhalten der Nachbarn (...bis hin zur Sitcom)
+ Karaoke, Demonstrationen, Kulinarisches... Das volle Großstadtleben!
+ Jobs lassen sich auch im Homeoffice erledigen


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Technik: 73
  • Grafik: 82
  • Sound: 85
  • Umfang: 80
  • Gameplay: 71
  • KI: 45

Spielspaß: 83

Singleplayer:
  • Story: Wie immer schreibt ihr mit den Sims eure eigenen Geschichten. Diese entwickeln auch hier ihren eigenen Charme, sind aber durchaus realistisch, weil die Entwickler die Realität nicht aus den Augen verloren haben.
  • Frustfaktor: Das Eigenleben der Sims nervt, lässt sich aber abstellen.
  • Wiederspielwert: Sehr hoch. Es dauert eine Weile, bis man alles gesehen hat und natürlich ist Großstadleben auch nur ein Teil von Die Sims 4.
  • Design/Stil: Gelungen, mit Realismus, Humor und Charme.
  • Musik: Gut!

Informationen zum Testgerät (PC)
Intel Core i5-6400 (2.70Ghz)
16,0 GB RAM
Radeon RX 480 (8 GB) (gespielt bei 1920x1080)
Titel installiert auf 1TB-Festplatte (7.200 U/min)
Windows 10 Home (64 bit)

Wir bedanken uns bei EA für das Pressemuster zu Die Sims 4: Großstadleben!

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